Von Startups bis Spitalinnovation: Einblick in die digitale Zukunft des Gesundheitswesens

Digitale Strategien, Startup-Ökosysteme, Virtual Care, künstliche Intelligenz und ein Blick hinter die Kulissen eines Spitals: Der erste mehrtägige Kursblock des CAS Digital Health Care bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der digitalen Gesundheitsbranche.

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Mittwoch: Einblick in Netzwerke, Startups und Innovationen

Der erste mehrtägige Schulungsblock des CAS Digital Health Care brachte Expert:innen aus verschiedenen Bereichen des digitalen Gesundheitswesens zusammen und bot den Studierenden vielfältige Perspektiven.

Den Auftakt machte Stefan Lienhard, Co-Lehrgangsleiter des CAS, mit einer Vorstellung der Vision, Ziele und bisherigen Entwicklung des digital health center bülach (dhc). Anschliessend gab Diana Hardie, CEO von Swiss Healthcare Startups, einen Überblick über die Startup-Landschaft der Schweizer Gesundheitsbranche. Dabei wurden Themen wie Geschäftsmodelle, regulatorische Hürden, Vergütungsmodelle sowie die Initiierung von Pilotprojekten mit Corporates und Leistungserbringenden diskutiert. Den Abschluss des Vormittags bildete Matthias Mettler, Gründer von health-trends.ch, der seinen Think Tank vorstellte und insbesondere auf die Zusammenarbeit zwischen Jungunternehmen und Krankenversicherungen einging.

Am Nachmittag übernahm Alex Geiger von SWICA und stellte die Plattform Compassana vor. Er zeigte auf, wie die Zusammenarbeit zwischen den Partnerfirmen und Mitinitianten des Netzwerks organisiert ist und welche Services sowie Ideen sich aktuell in der Entwicklung befinden.

Donnerstag: Globale Strategien und Innovation am Universitätsspital Balgrist

Der Donnerstagmorgen bot internationale Perspektiven auf digitale Strategien im Gesundheitswesen. Stephen Ranjan, der unter anderem bei Epic und Roche tätig war, sowie Dr. Nadeem Alduaij, ehemals stellvertretender ärztlicher Leiter des Notfalls am Universitätsspital Genf und heute beim Department of Health in Abu Dhabi, teilten ihre Erfahrungen und gaben praxisnahe Einblicke. Anhand eines Cases konnten die Studierenden das Gelernte direkt anwenden.

Am Nachmittag führte eine Exkursion zum Universitätsspital Balgrist. Dort gaben Dr. Flora Vajda und Dr. Sebastiano Caprara eine Einführung in den Balgrist Campus und die Digitalisierungsstrategie des Spitals. Bei einer anschliessenden Führung durch den Campus erhielten die Teilnehmenden Einblicke in verschiedene Labs und Räumlichkeiten, in denen neue Technologien für die Medizin entwickelt werden.

Zum Abschluss wurden zwei Projekte vorgestellt: der Spineplanner, präsentiert von Dr. Tobias Götschi, sowie 3D-Operationsplanung und 3D-Druck, vorgestellt von Bastian Sigrist.

Freitag: Virtual Care und digitale Prozesse im Spitalalltag

Am Freitag startete der Tag mit einem Virtual Care Gedankenexperiment mit Dr. Gesine Meyer, ärztliche Leiterin Virtual Care am LUKS. Sie zeigte auf, warum ein Wandel im Gesundheitswesen notwendig ist und betonte, dass es nicht an Tools und Innovationen mangelt. Entscheidend seien vielmehr Informationsfluss, Konnektivität und ein kultureller Wandel hin zu einem «Digital First»-Ansatz.

Am Nachmittag führte Caroline Berchtold die Teilnehmenden gedanklich ins Spitalzentrum Oberwallis. Sie zeigte, wie dort im Rahmen einer Lean-Management-Strategie zunehmend digitale Prozesse eingeführt wurden und wie das Aufnahme- und Entlassmanagement-Tool Fluidity entstanden ist.

Samstag: Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen

Der letzte Kurstag stand im Zeichen der künstlichen Intelligenz im Gesundheitswesen. In einer interaktiven Session führte Tanja Schiess in das Thema ein und sensibilisierte die Teilnehmenden für die Besonderheiten beim Einsatz von KI in der Branche. Gemeinsam wurden Praxisfälle diskutiert und eigene Lösungsansätze entwickelt.

Als Überraschungsgast ergänzte Jannis Schönleber, Gründer von 44ai, die Session mit einer technologischen Perspektive. Er sprach über Anforderungen an Infrastrukturen, mögliche zukünftige Entwicklungen der Technologie sowie über praktische Erfahrungen und Herausforderungen seines Startups im Austausch mit Leistungserbringenden. Die Session bot Raum für offene Fragen, Diskussionen zu ethischen Aspekten sowie zum Change Management und regte eine kritische Auseinandersetzung mit dem Hype um KI im Gesundheitswesen an.

Der Kursblock bot den Teilnehmenden vielfältige Einblicke in aktuelle Entwicklungen im digitalen Gesundheitswesen und zeigte auf, wie Innovation, Technologie und Zusammenarbeit die Zukunft der Branche prägen.

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