Mit Leichtigkeit wirksam führen
Wie kann Humor Führung menschlicher machen, ohne dabei an Professionalität zu verlieren? Dieser Frage widmete sich die Juventus Donnerstagsrunde vom 24. September 2026. Gemeinsam mit Humorexpertin Cornelia Schinzilarz erlebten die Teilnehmenden einen abwechslungsreichen Abend mit Denkanstössen, praktischen Übungen und viel Raum für Austausch.
Humor begegnet uns im Alltag ganz selbstverständlich – im beruflichen Umfeld wird er jedoch häufig unterschätzt. Dabei kann gerade eine humorvolle Haltung dazu beitragen, schwierige Situationen zu entschärfen, Beziehungen zu stärken und auch unter Druck lösungsorientiert zu bleiben.
Cornelia Schinzilarz, Philosophin, Theologin, Supervisorin, Coach und ausgewiesene Humorexpertin, zeigte an der Juventus Donnerstagsrunde, dass Humor in der Führung weit mehr bedeutet, als gemeinsam zu lachen. Entscheidend ist vielmehr die Haltung dahinter: Menschen aufmerksam wahrzunehmen, Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu können und auch in anspruchsvollen Momenten eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren.
Humor schafft Nähe – ohne die Ernsthaftigkeit zu verlieren
Gute Führung braucht Klarheit. Gleichzeitig braucht sie aber auch Menschlichkeit. Cornelia Schinzilarz beschreibt Humor dabei als eine Brücke, die Verbindung schafft, Distanz abbaut und eine Atmosphäre fördern kann, in der sich Mitarbeitende wohler fühlen und offen miteinander kommunizieren.
Dabei wurde deutlich: Humor bedeutet nicht, Probleme kleinzureden oder schwierige Situationen ins Lächerliche zu ziehen. Gerade wenn ein Mensch traurig, verunsichert oder belastet ist, geht es nicht darum, über die Situation zu lachen oder die Gefühle des Gegenübers zu überspielen. Ebenso wenig muss eine Führungskraft jede negative Emotion übernehmen. Vielmehr kann eine positive, zugewandte Haltung sinnbildlich eine Tür öffnen – und dem Gegenüber dabei helfen, wieder etwas Leichtigkeit, Zuversicht oder eine neue Perspektive zu finden.
Gerade in Teams spielt diese Haltung eine wichtige Rolle. Zusammenarbeit entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sich gegenseitig wahrnehmen und gemeinsam an Herausforderungen arbeiten.
Cornelia Schinzilarz, Philosophin, Theologin, Supervisorin, Coach und ausgewiesene Humorexpertin
Cornelia Schinzilarz mit Fabienne Gross, Rektorin Medizin & Gesundheit und Ursula Röhl, Bereichsleiterin Medizin & Gesundheit
Lachen kann die Perspektive verändern
Dass Humor nicht nur theoretisch funktioniert, konnten die Teilnehmenden während des Abends direkt erleben. Mit verschiedenen Übungen brachte Cornelia Schinzilarz Bewegung und Lachen in den Raum und machte damit unmittelbar erfahrbar, wie schnell sich Stimmung und Wahrnehmung verändern können.
Ein weiterer Gedanke des Abends war, wie stark unsere innere Haltung beeinflusst, wie wir schwierige Situationen erleben und auf andere Menschen wirken. Gerade in herausfordernden Momenten kann Humor helfen, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten. So entsteht Raum für neue Gedanken, mehr Leichtigkeit und oft auch für neue Lösungswege.
Was bleibt vom Abend?
Humor ist kein Führungsinstrument, das sich einfach nach Schema anwenden lässt. Er lebt von Authentizität, Aufmerksamkeit und einem guten Gespür für das Gegenüber. Richtig eingesetzt kann er jedoch viel bewirken: Er kann Anspannung reduzieren, Beziehungen stärken, neue Perspektiven ermöglichen und dazu beitragen, dass Führung gleichzeitig klar und menschlich bleibt.
Der Abend machte vor allem eines deutlich: Professionalität und Leichtigkeit sind keine Gegensätze. Es geht nicht darum, jede Situation mit einem Witz aufzulösen. Vielmehr kann eine humorvolle und positive Grundhaltung gerade dann wertvoll sein, wenn der Arbeitsalltag anspruchsvoll wird. Wer seinem Gegenüber aufmerksam begegnet und gleichzeitig den Blick für neue Perspektiven offenhält, schafft gute Voraussetzungen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen, Fragen zu diskutieren und sich untereinander auszutauschen.
Wir bedanken uns herzlich bei Cornelia Schinzilarz für den inspirierenden und lebendigen Abend sowie bei allen Gästen für ihre Teilnahme und den gemeinsamen Austausch.