MPK 360°: Mehr Wirkung, mehr Sicherheit und mehr Zukunft für die moderne Arztpraxis
Wie können Medizinische Praxiskoordinator:innen (MPK) der klinischen Richtung moderne Arztpraxen entlasten, die Versorgung chronisch kranker Patient:innen stärken und gleichzeitig neue Perspektiven für die Zukunft schaffen? Diese Fragen standen am 3. Juni 2026 im Zentrum des medImpuls «MPK 360° – Mehr Wirkung. Mehr Sicherheit. Mehr Zukunft.»
Der Fachevent zeigte die MPK-Rolle aus verschiedenen Perspektiven: aus ärztlicher Sicht, aus dem Praxisalltag, mit Blick auf Qualitätssicherung, Abrechnung, digitale Tools und Telemonitoring. Dabei wurde deutlich: MPKs sind heute weit mehr als eine organisatorische Unterstützung.
Gemeinsam stark in der Patientenversorgung
Den Auftakt machte Andrea Heshmati, Schulleiterin Weiterbildung Medizin bei Juventus. Sie zeigte aus medizinischer Perspektive, wie wertvoll MPKs für moderne Arztpraxen sind. Besonders bei chronischen Erkrankungen entlasten MPKs die Ärzt:innen, schaffen Struktur im Praxisalltag und tragen dazu bei, dass Patient:innen sicher und kontinuierlich begleitet werden. Dabei knüpfte Andrea Heshmati auch an die Hausarztpraxis plus in Egg an, in der sie gemeinsam mit einer ehemaligen MPK von Juventus eine Chronic-Care-Sprechstunde aufgebaut hat. Diese Umsetzung zeigt, wie MPK-Kompetenzen aus der Weiterbildung direkt in den Praxisalltag übertragen werden können. Entscheidend ist dabei das Zusammenarbeit im Team: Ärzt:innen und MPKs arbeiten gemeinsam, mit klaren Rollen, gegenseitigem Vertrauen und definierten Abläufen. Genau dieses Zusammenspiel macht eine sichere und qualitativ hochwertige Betreuung möglich.
Die MPK-Perspektive
Anschliessend gab Alessandra Nicolaci einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit als MPK in der klinischen Richtung. In einer Hausarztpraxis führte sie das Chronic Care Management ein und übernahm seither ein vielseitiges Aufgabengebiet. Dazu gehören unter anderem Impfberatung, Blutzuckerinstruktionen, Beratungen zu Lunge, Herz, Diabetes, Gewicht und Blutdruck sowie Ernährungsberatung und Rauchstopp. Ihr Beitrag zeigte eindrücklich, wie breit MPKs heute eingesetzt werden und wie stark sie Patient:innen im Alltag begleiten können. Nebenbei unterrichtet Alessandra Nicolaci als Dozentin bei Juventus.
Qualität & Weiterentwicklung
Evelyne Bühler stellte den MPAK-QZ Verein vor und zeigte, wie wichtig Vernetzung und fachlicher Austausch für MPKs sind. Der Verein organisiert online Qualitätszirkel und schafft damit eine Plattform, auf der aktuelle und praxisrelevante Themen diskutiert werden. Im Zentrum stehen Wissenstransfer, Fallbesprechungen, neue Technologien und die gemeinsame Weiterentwicklung von Abläufen. Dass der Verein seit seiner Gründung im Herbst 2023 bereits stark gewachsen ist, zeigt den grossen Bedarf nach Austausch und Orientierung innerhalb der Berufsgruppe.
Tarif- & Abrechnungssicherheit
Ein besonders praxisnaher Schwerpunkt folgte mit Corina Kohli, die sich der Tarif- und Abrechnungssicherheit rund um die MPK-Sprechstunde widmete. Sie erklärte, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit MPK-Leistungen korrekt abgerechnet werden können. Gleichzeitig zeigte sie anhand von TARDOC-Beispielen, dass sich der Einsatz von MPK in der Praxis lohnt – fachlich, organisatorisch und finanziell. Wichtig bleiben dabei klare Rahmenbedingungen, eine saubere Delegation durch Ärzt:innen und eine sorgfältige Dokumentation.
Digitale Tools für smarte Praxen
Cornelia Jäggi zeigte anschliessend, wie digitale Lösungen das Chronic Care Management in der Arztpraxis unterstützen können. Sie stellte integrierte Praxissoftware und Plattformlösungen gegenüber und machte deutlich, dass digitale Tools vor allem dann hilfreich sind, wenn sie den Praxisalltag wirklich erleichtern. Sie können helfen, Patientengruppen besser im Blick zu behalten, Versorgungslücken zu erkennen und chronisch kranke Menschen zuverlässiger zu begleiten.
Mit Melissa Sohm und Nadine Vogt rückte danach die Vernetzung innerhalb des ambulanten Praxispersonals in den Mittelpunkt. Sie stellten MedBees vor, eine Community für medizinische Fachpersonen. Im Zentrum stehen Austausch, gegenseitige Unterstützung und praktische Lösungen für den Alltag. Die Botschaft war klar: Wenn Fachpersonen Wissen teilen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig stärken, können sie gemeinsam viel im Gesundheitswesen bewegen.
Patient:innenmonitoring – Fokus chronische Erkrankungen
Zum Abschluss gab Marco Parillo von AD Swiss einen Einblick in EvidaMed und das Potenzial von Telemonitoring. Die digitale Lösung ermöglicht es Patient:innen, zu Hause Vitalwerte zu erfassen und Symptomfragen zu beantworten. Die Technik ergänzt die persönliche Betreuung: Ohne ein Team, das die Informationen einordnet, nachfragt und bei Bedarf reagiert, wäre digitales Monitoring in dieser Form nicht möglich.
Andrea Heshmati
Alessandra Nicolaci
Evelyne Bühler
Cornelia Jäggi (CCM Inside), Melissa Sohm und Nadine Vogt (MedBees)
Melissa Sohm und Nadine Vogt (MedBees)
Marco Parillo (AD Suisse)
Der medImpuls machte deutlich, wie vielseitig und zukunftsweisend die Rolle der MPKs heute ist. Der Abend bot fachliche Einblicke, Austausch und neue Perspektiven. Beim anschliessenden Apéro blieb Zeit, die Impulse des Abends zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Referierenden für die spannenden Einblicke, praxisnahen Beispiele und wertvollen Impulse rund um die Rolle der MPK.