Berufsfachschule Tiermedizinische:r Praxisassistent:in TPA EFZ
Die Stiftung Juventus-Schulen bildet im Auftrag des Kantons Zürich Tiermedizinische Praxisassistent:innen (TPA) mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) aus. Ausserdem sind wir vom Kanton mit der Organisation und Durchführung der überbetrieblichen Kurse (üK) für TPA beauftragt.
Übersicht
Dauer
3 Jahre (6 Semester)
Zeitmodell
Vollzeit
Ort & Format
Berufsfachschule, Betrieb & ÜK
Abschluss
EFZ
Über den Beruf
Als TPA sind Sie das organisatorische und fachliche Bindeglied zwischen Tierärzt:innen, Tierhalter:innen und Patient:innen. Sie unterstützen bei Untersuchungen und Eingriffen, übernehmen Labor- und Röntgenaufgaben, halten den Betrieb am Laufen und sorgen dafür, dass sich Tier und Mensch gut aufgehoben fühlen.
Als Berufsfachschule verbinden wir die schulische Ausbildung, überbetriebliche Kurse und die enge Zusammenarbeit mit Tiermedizinischen Praxen zu einem praxisnahen Bildungskonzept.
Details zur Berufsfachschule
Die Berufslehre zur bzw. zum Tiermedizinischen Praxisassistent:in EFZ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die mit Tieren arbeiten und gleichzeitig medizinisches Know-how aufbauen möchten.
Sie verfügen über einen Abschluss der obligatorischen Schulzeit und bringen u.a. Interesse an Tieren, Organisationstalent sowie Sinn für Sauberkeit mit.
Was Sie mitbringen sollten
Für die Aufnahme in die Berufslehre TPA EFZ gelten folgende Voraussetzungen:
Erfolgreicher Abschluss der obligatorischen Schulzeit (9 Jahre) mit Abschluss der Sekundarschulstufe A oder einem guten Abschluss der Sekundarschulstufe B. Zusätzlich benötigen Sie einen abgeschlossenen und bewilligten Lehrvertrag mit einer Tierarztpraxis oder Tierklinik.
Darüber hinaus sollten Sie Freude am Umgang mit Tieren und Menschen mitbringen, praktisch veranlagt sein und über eine gute Beobachtungsgabe, Organisationstalent sowie Sinn für Sauberkeit, Ordnung und Genauigkeit verfügen. Wichtig zu wissen: Tierallergien oder Angst vor grösseren Tieren sind mit diesem Beruf nicht vereinbar.
Notebook
Für den Unterricht benötigen Sie ausserdem ein eigenes Notebook (BYOD – Bring Your Own Device). Es muss bestimmte Anforderungen erfüllen, damit Sie ohne Hindernisse am Unterricht und den digitalen Prüfungen teilnehmen können:
Aufbau
Die Berufslehre TPA EFZ dauert drei Jahre und verbindet drei Lernorte: den Lehrbetrieb (Tierarztpraxis oder Tierklinik), die Berufsfachschule bei Juventus und die überbetrieblichen Kurse (ÜK). An der Berufsfachschule absolvieren Sie über 1’000 Unterrichtslektionen – jeweils einen Tag pro Woche. Die ÜK umfassen 30 Tage (240 Stunden), verteilt auf die ersten fünf Semester.
Drei Lernorte
Praktische Ausbildung im Lehrbetrieb
Sie bauen das praktische Know-how auf. Dabei unterstützen und begleiten Sie Ihre Berufsbildner:innen.
Berufschule bei Juventus
In der Berufsfachschule erarbeiten Sie sich an einem Tag pro Woche die theoretischen Berufskenntnisse ergänzt von allgemeinbildendem Unterricht (ABU) und Sport.
Überbetriebliche Kurse (ÜK)
Die überbetrieblichen Kurse dienen der Vermittlung und dem Erwerb grundlegender praktischer Fertigkeiten. Sie ergänzen die Ausbildung im Betrieb und die schulische Ausbildung.
Handlungskompetenzen
Der Bildungsplan ist nach dem Handlungskompetenzmodell aufgebaut. Dessen Ziel ist die Bewältigung von berufstypischen Situationen. Damit dies gelingt, bauen die Lernenden im Laufe der Ausbildung an den drei Lernorten die im Bildungsplan definierten Handlungskompetenzen auf:
- a – Organisieren des Praxisalltags
Empfang, Administration, Terminplanung, Korrespondenz, Abrechnungswesen - b – Betreuen von Tieren
Pflege, Fütterung, Überwachung, artgerechter Umgang mit unterschiedlichen Tierarten - c – Begleiten von tierärztlichen Eingriffen
Assistenz bei Untersuchungen und Operationen, Narkosevorbereitung und -überwachung, Wundversorgung - d – Umsetzen von Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen
Sterilisation, Desinfektion, Arbeitsschutz, Umgang mit biologischen Materialien - e – Anfertigen von konventionellen Röntgenaufnahmen
Bildgebende Diagnostik, Strahlenschutz, Beurteilung der Bildqualität - f – Betreuen von Kund:innen
Beratung von Tierbesitzer:innen, Kommunikation, Umgang mit emotional belastenden Situationen - g – Ausführen von Laborarbeiten
- h – Ausführen von tierspezifischen Behandlungen
und Massnahmen - Allgemeinbildender Unterricht (ABU) und Sport
Lektionen pro Semester
| Handlungskompetenzen | 1. Lehrjahr | 2. Lehrjahr | 3. Lehrjahr | total | |||
| a Organisieren des Praxisalltags | 20 | 20 | 20 | 60 | |||
| b Betreuen von Tieren | 20 | 20 | 20 | 20 | 10 | 10 | 100 |
| c Begleiten von tierärztlichen Eingriffe | 20 | 20 | 20 | 20 | 20 | 20 | 120 |
| d Umsetzen von Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen | 20 | 20 | |||||
| e Anfertigen von konventionellen Röntgenaufnahmen | 10 | 20 | 20 | 20 | 70 | ||
| f Betreuen von Kund:innen | 20 | 20 | 40 | 30 | 20 | 20 | |
| g Ausführen von Laborarbeiten | 20 | 20 | 10 | 10 | 10 | 10 | 80 |
| ABU | 60 | 60 | 60 | 60 | 60 | 60 | 360 |
| Turnen und Sport | 20 | 20 | 20 | 20 | 20 | 20 | 120 |
Verteilung ÜK-Lektionen über die Lehrjahre
Die überbetrieblichen Kurse umfassen 38 Tage zu 8 Stunden. Im ersten Lehrjahr sind das 16, im zweiten 11 und im dritten 3 Kurstage, meist am Berufsschulstandort.
| 1. Lehrjahr | 2. Lehrjahr | 3. Lehrjahr | |||
| b Betreuen von Tieren | 8 | 16 | 8 | ||
| c Begleiten von tierärztlichen Eingriffen | 16 | 16 | 8 | ||
| d Umsetzen von Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen | 8 | 8 | |||
| e Anfertigen von konventionellen Röntgenaufnahmen | 8 | 8 | 16 | ||
| f Betreuen von Kundinnen und Kunden | 8 | 4 | |||
| g Ausführen von Laborarbeiten | 8 | 48 | 8 | 8 | |
| h Ausführen von tierspezifischen Behandlungen und Massnahmen |
16 | 16 | 4 |
Abschluss
Nach bestandenem Qualifikationsverfahren (QV) erhalten Sie das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) und dürfen den geschützten Berufstitel «Tiermedizinische Praxisassistentin EFZ / Tiermedizinischer Praxisassistent EFZ» führen. Der Abschluss ist schweizweit gültig und anerkannt.
Optional können Sie die Berufsmaturität Richtung «Gesundheit und Soziales» erwerben – als BM 1 parallel zur Berufslehre (in Kooperation mit der Berufsmaturitätsschule Zürich) oder als BM 2 im Anschluss an der Juventus Maturitätsschule. Mit der Berufsmaturität steht Ihnen auch der Zugang zu Fachhochschulen und – über eine Passerelle – zu universitären Studiengängen offen, einschliesslich des Veterinärmedizinstudiums.
Perspektiven
Vielseitige Karrierewege in der Tiermedizin
Der TPA-Beruf bietet ein breites Tätigkeitsfeld: von der Kleintierpraxis über die Grosstiermedizin bis hin zu Tierkliniken und spezialisierten Einrichtungen. Die Nachfrage nach qualifizierten TPA ist stabil und die beruflichen Perspektiven vielfältig.
- Veterinärtechnik (VAT) an der VASTA
- Weiterbildungen der WTPA (z.B. in den Bereichen Ernährung, Notfall, Dentalmedizin oder Labor)
- Tierphysiotherapie
- Medizinische:r Teamleiter:in VSH Health
- Medical Office Manager:in
- Dipl. Managementassistent:in im Gesundheitswesen (GST-anerkannt).
- Med. Praxiskoordinator:in (Tertiärabschluss, GST-anerkannt)
Mit entsprechender Berufserfahrung können Sie zudem als Berufsbildner:in oder Prüfungsexpert:in tätig werden.
Gebührenfreie Ausbildung
Das Schulgeld für diese Berufslehre wird durch die Kantone finanziert und die überbetrieblichen Kurse (ÜK) von den Lehrbetrieben.
Ausgenommen davon sind lediglich die Kosten für den eigenen Computer, die Lehrmittel, Sonderprogramme, das Sportlager sowie für Kopien. Richtwerte hierfür sind:
- Lehrmittel: ca. CHF 1‘300.–
- Obligatorisches Sportlager 1. Lehrjahr: ca. CHF 200.–
- Exkursionen usw.: ca. CHF 150.–
- freiwilliger QV Workshop «Labor» (6. Semester): CHF 120.–
TPA EFZ für Erwachsene
Erwachsene ohne Berufsabschluss können das eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ als Tiermedizinische:r Praxisassistent:in nachholen.
- Für die Zulassung zum Qualifikationsverfahren ist eine mindestens fünfjährige berufliche Erfahrung Voraussetzung (Artikel 32).
- Weitere Informationen finden Sie auch beim Berufsverband: tpa-amv.ch
Schulleitung & Lehrgangsbetreuung
FachgruppeTiermedizinische Berufskenntnisse
Fachgruppe Labordiagnostik
Fachgruppe Allgemeinbildung
FAQ
TPA-Lehrstellen sind begehrt und oft schnell vergeben. Schnupperlehren sind der wirkungsvollste Einstieg.
Wir empfehlen, frühzeitig Kontakt mit Tierarztpraxen und Tierkliniken aufzunehmen.
Über die Website des TPA-Berufsverbands (tpa-amv.ch) oder über das Berufswahlportal des Kantons finden Sie aktuelle Ausschreibungen.
Der TPA-Beruf bringt neben schönen Momenten auch herausfordernde Situationen mit sich, beispielsweise bei Notfällen oder schwierigen Diagnosen.
Juventus bereitet Sie im Unterricht gezielt darauf vor und bietet während der gesamten Ausbildung persönliche Beratung und Begleitung. Sie lernen, professionell zu handeln und gleichzeitig empathisch mit Tierbesitzer:innen umzugehen.
Ja. Der Stundenplan von Juventus ermöglicht den parallelen Erwerb der BM 1 in Richtung «Gesundheit und Soziales» an der Berufsmaturitätsschule Zürich.
Aber es ist zu beachten Sie, dass nur wenige Personen diesen Weg gehen und deshalb keine BM Klasse mit individuellem Stundenplan möglich ist. Es kann zu Überschneidungen vor allem im ÜK Stundenplan kommen. Gerne beraten wir Sie dazu individuell.
Alternativ können Sie die BM auch im Anschluss an die Berufslehre machen (BM2).
Das geht z.B. bei Juventus oder auch bei anderen Maturitätsschulen. Die BM öffnet den Zugang zu Fachhochschulen und – über die Passerelle – zu universitären Studiengängen.
Mit dem EFZ stehen Ihnen vielfältige Wege offen: Sie können sich zur Veterinärtechnikerin (VAT) weiterbilden, in die Tierernährungsberatung oder Physiotherapie spezialisieren oder den Weg in die Praxisleitung einschlagen.
Mit der Berufsmaturität ist sogar ein Veterinärmedizinstudium möglich.
Unter anderem bietet auch Juventus nach der Lehre Weiterbildungen im Bereich Medizin und Gesundheit an.
Rund um den Schulalltag
Ferienplan
Wer viel lernt, braucht auch eine Pause.
Der Juventus Ferienplan
Beratungssstelle
Beratung. Unterstützung. Begleitung. Für Lernende & Berufsbildner:innen
Learning Hub
Alle Infos von IT Support
bis Studi-Benefits
Informationen für Berufsbildner:innen
Alle wichtigen Infos rund um die Berufsfachschule für die Berufsbilder:innen unserer Tiermedizinischen Praxiassistent:innen EFZ – vom Stundenplan über ÜKs bis zu den Reglements. Bei Fragen sind wir gerne für Sie da.
Stundenpläne
Hinweis
Die Semesterstundenpläne sind im Wochenformat ausgestellt, sprich alle Wochentage sind ersichtlich. Bitte scrollen Sie auf Ihren entsprechenden Schultag, um den Stundenplan Ihrer Klasse einzusehen.
Frühlingssemester (FS) 2026
Hinweis
Die Semesterstundenpläne sind im Wochenformat ausgestellt, sprich alle Wochentage sind ersichtlich. Bitte scrollen Sie auf Ihren entsprechenden Schultag, um den Stundenplan Ihrer Klasse einzusehen.
Frühlingssemester (FS) 2026
Hinweis
Die Semesterstundenpläne sind im Wochenformat ausgestellt, sprich alle Wochentage sind ersichtlich. Bitte scrollen Sie auf Ihren entsprechenden Schultag, um den Stundenplan Ihrer Klasse einzusehen.
Frühlingssemester (FS) 2026
Prüfungspläne
Überbetriebliche Kurse (ÜK)
Beilagedokumente externe ÜK
Hinweis zur Nutzung der Ordner
Sinnvollerweise nutzten die Lernenden den Ordner auch für sonstige üK Unterlagen. Diese können neben eigenen Notizen aus Betrieb und üK als Lerndokumentation ans praktische QV mitgenommen werden.
Der FREIS Lagerungsordner (Rx) darf nicht ans praktische QV
mitgenommen werden.
Zusätzlich sollte den Lernenden vom Betrieb ein Ordner zur Verfügung gestellt werden. Dafür liegt die Verantwortung beim Betrieb.
Das Inhaltsverzeichnis dazu finden Sie hier:
Wir decken somit mit unserem üK Ordner Punkt 7 ab
Semesterdaten
Semesterpläne
Berufskunde
Reglements, Formulare & Diverses
Programm Koproskopische Diagnostik in der Veterinär Parasitologie
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